Chronik des Spiel- und Wanderclub Niederwürzbach e.V.

Der Spiel und Wanderclub "Heimatliebe" Niederwürzbach kann im Jahr 2016 auf sein 90-jähriges Bestehen zurückblicken. Dieses Jubiläum soll Anlass dazu sein, die wichtig­sten Ereignisse der letzten Jahrzehnte noch einmal in Erinnerung zu rufen:

 Im Jahre 1925 kam eines Tages ein junger Mann mit Namen Hans Mikliß nach Niederwürzbach und fand bei den Eltern von Albert Hemmerling eine vorübergehende Bleibe. Dieser junge Mann stammte aus Schlesien und spielte ausgezeichnet Mandoline. Albert Hemmerling verband in dieser Zeit eine gute Freundschaft zu Nikolaus Noh (Schule Nickel), Anton Bohr, Oskar Paul und Valentin Schwarz. Diese jungen Burschen ließen nun nichts unversucht, Hans Mikliß zu bewegen, ihnen das ABC des Mandolinenspiels beizubringen. Zunächst wurde noch ohne Noten gespielt und zwar abwechselnd im Hau­se der einzelnen Kameraden. Dieses Musizieren sprach sich bald im Dorf herum und es gesellten sich weitere interessierte Spieler zu dieser Gruppe: Peter Uhl, Alfons Schnepp, Alfons Foos, Michael Wesely, Alois Werner, Jakob Bohr, Fritz Degel, Rudolf Degel, Peter Bieg, Franz Paul, Willi Groh, Fritz Becker und Alois Post. Zunächst übernahm Hans Mikliß den Dirigentenstab des mittlerweile auf 20 Spieler angewachsenen "Orche­sters". Die ansteigende Spielerzahl machte es notwendig, sich nach einem geeigneten Proberaum umzusehen und man entschied sich für die Gastwirtschaft Latz als Vereinslo­kal. Jeden Sonntagvormittag wurde geprobt, oftmals auch in der Woche abends. Der beruflich stark engagierte Hans Mikliß gab bald darauf die musikalische Leitung an den zweiten Dirigenten Josef Hemmerling weiter. Einem allgemeinen Trend dieser Zeit fol­gend hatten sich diese jungen Menschen nicht nur das gemeinsame Musizieren sondern auch das Wandern zum Ziel gesetzt.

 Auf der ersten großen Wanderung mit der jungen Musikkapelle am Ostermontag 1926, an der circa 80 Personen teilnahmen, wurde der Entschluss zur Gründung eines Vereins gefasst.

 Die Gründungsversammlung fand am Sonntag, den 25. Mai 1926, statt und der Verein gab sich gemäß seiner Zielsetzung den Namen "Spiel- und Wanderclub Heimatliebe". Die Wahl zum 1. Vorsitzenden fiel auf Hans Mikliß, Josef Hemmerling blieb weiterhin mit der Leitung der Musikkapelle betraut. Die Anschaffung von Noten und Musikinstru­menten machte es notwendig, in der ersten Zeit hohe Mitgliedsbeiträge zu erheben. Um die entstandenen Schulden abtragen zu können, spielte die Musikkapelle jeden Sonntag­abend in einer anderen Gaststätte des Ortes zur Unterhaltung auf. Durch diese Auftritte in der Öffentlichkeit gewann der neu gegründete Verein immer mehr Freunde unter der einheimischen Bevölkerung. In den folgenden Jahren wurde nicht nur die nähere Umge­bung erwandert, sondern auch weiter entfernte Ziele angesteuert, die für die Teilneh­mer in der damaligen Zeit sicherlich ein außerordentliches Erlebnis darstellten. In der Vereinsführung lösten sich aufgrund einer neu gefassten Vereinssatzung die Vereinskameraden Jakob Bohr, Peter Uhl und Anton Bohr im 3-Jahres-Rhythmus ab. 1936 folgte als 1. Vorsitzender der leider allzu früh verstorbene und allen unvergessliche Nikolaus Noll, der mit einer Unterbrechung während des 2. Weltkrieges, als Eligius Schwarz das Amt des 1. Vorsitzenden innehatte, 15 Jahre lang den Verein führte. Nikolaus Noll hat in dieser Zeit das Gesicht des Vereins entscheidend geprägt.

 Durch die politischen Verhältnisse nach der Rückgliederung des Saargebietes an das Deutsche Reich war der Verein gezwungen, sich im Jahre 1936 einer überörtlichen Dach­organisation anzuschließen So war man bis zum Beginn des 2. Weltkriegs eine Ortsgrup­pe des Pfälzer Waldvereins und hat sich an den großen Hauptwanderungen dieser Orga­nisation beteiligt. Wegen der hohen Beiträge konnte der Verein sich nach dem Kriege nicht mehr zu einem erneuten Beitritt zum Pfälzer Waldverein entschließen. Im Jahre 1940 legte Josef Hemmerling aus Altersgründen den Dirigentenstab nieder. Sein Nach­folger wurde Alfons Schnepp. Nach den Wirren des 2. Weltkrieges, der auch in die Rei­hen unserer Mitglieder große Lücken riss, wurde bald ein neuer Anfang gefunden und im Jahre 1948 wurde der Verein wieder ins Leben gerufen. Die Neugründung fand im dama­ligen Lokal Karl Priester in der Bezirksstraße 38 statt. Seitens der französischen Militär­verwaltung war es jedoch nicht erlaubt worden, den alten Namen weiterhin zu führen und der Verein musste sich als Touristenverein "Die Naturfreunde" in das Vereinsregister ein­tragen lassen. Es dauerte noch bis 1955, bis der alte Name wieder offiziell geführt werden durfte.

 Unter der Vorstandschaft von Nikolaus Noll übernahm Alfons Schnepp wieder wie im Jahre 1940 das Amt des Dirigenten. In kurzer Zeit formte er aus einer sehr heterogenen Besetzung aus Gitarren, Mandolinen, Geigen und Zithern ein reines Zupforchester mit beträchtlicher Leistungsfähigkeit, das in vielen Konzerten in der Heimatgemeinde an die Öffentlichkeit trat. Auch in den benachbarten Gemeinden, wie Lautzkirchen, Bierbach, Kirkel oder Reinheim, wurden in der Regel bei Veranstaltungen ortsansässiger Kultur­ treibender Vereine, meist Gesangsvereine, Konzerte aufgeführt. Im Jahre 1950 wurde das Vereinslokal gewechselt. In der Gastwirtschaft "Bairischer Hof“ der Familie Reitnauer boten sich nach dem Wiederaufbau des kriegszerstörten Gebäudes bessere räumliche Verhältnisse für die Probenarbeit an. Bis Anfang der 2000-er Jahre war der "Bairische Hof“ das Vereinslokal geblieben. Als das Lokal aus privaten Gründen der Familie Reitnauer geschlossen wurde, verlegte man die Probenarbeit in das Jugendheim in Niederwürzbach.

 Von den vielfältigen Aktivitäten des Vereins aus den 50er Jahren sei das 25-jährige Stif­tungsfest auf der "Rädches Wies" und das 30-jährige Stiftungsfest auf dem Gelände des Turnvereins 08 unterhalb des Weihers erwähnt. Beliebt waren auch die Tagesfahrten, die an den Rhein, die Mosel, die untere Saar, in den Schwarzwald, den Odenwald und in die Pfalz führten. Mitunter wurden auch Freundschaften mit anderen Vereinen geknüpft, so z.B. mit Ettlingen in Baden und Heidesheim am Rhein. Eine rege Laienspielgruppe führte in dieser Zeit heitere und ernste Stücke vor stattlicher Zuschauerkulisse auf, so z.B. 1955 als im Januar zwei Mal vor vollbesetztem Haus das Lustspiel "Im weißen Rößl" aufgeführt wurde oder die Aufführung des Stückes "Der Henker von Jütland".

 Sein 30-jähriges Stiftungsfest feierte der Verein in den Tagen vom 30.6. bis 2.7.1956. Bei dem Festkommers am Samstagabend wirkte als Gastverein das Mandolinenorchester der Kolpingfamilie Ettlingen/Baden mit. Auch bei diesem Fest hatten sich die einheimischen Vereine rege beteiligt. Viele Wandervereine aus Nah und Fern beehrten den Verein mit ihrem Besuch. Der Festzug nahm in der Marxstraße Aufstellung und bewegte sich durch die Pfeifferfelder Straße, Kirkeler Straße und Bezirksstraße zum Festplatz unter­halb des Würzbacher Weihers. Der Turnvereins 08 stellte diesen Platz sowie die Turnhalle dankenswerterweise zur Verfügung. In der Turn­halle fand zum Abschluss des Festes ein "Bayrischer Abend" unter der Mitwirkung der Schuhplattlertruppe St. Ingbert sowie der Niederwürzbacher Blasmusikkapelle statt.

 Höhepunkte des Vereinslebens auf geselliger Ebene waren aber zweifellos die jährlichen Maskenbälle, die stets unter einem bestimmten Motto durchgeführt wurden und in der Bevölkerung einen großen Anklang fanden.

 Nikolaus Noll legte infolge eines Leidens, das er sich in russischer Gefangenschaft zuge­zogen hatte, im Jahre 1955 sein Amt nieder. Er verstarb am 19. Juli 1957 im 51. Lebens­jahr. An seiner Stelle übernahm Ignaz Noll nun die Führung des Vereins, die er 20 Jahre innehaben sollte. Auch der Dirigent, Alfons Schnepp, musste im Jahre 1960 aus ge­sundheitlichen Gründen seine langjährige Tätigkeit beenden. In Anerkennung seiner besonderen Verdienste um den Aufbau des Vereinsorchesters wurde er zum Ehrendirigenten ernannt. Ihn löste Helmut Schnepp ab, ein Spieler aus den eigenen Reihen. Unter seiner Stabführung errang das Vereinsorchester einen sehr schönen musikalischen Erfolg, nämlich den ersten Rang bei einem Wertungsspiel saarländischer Zupforchester im Jahre 1963 in Dudweiler mit dem Prädikat "vorzüglich". Im Jahre 1965 übernahm Josef Degel, ebenfalls ein Spieler aus den eigenen Reihen, die Leitung des Orchesters, nachdem Helmut Schnepp nach St. Ingbert verzogen war. Inzwischen hatte der Verein das 4. Jahrzehnt vollendet und man beging im Jahre 1966 das 40-jährige Vereinsjubiläum, das als Heimat- und Trachtenfest gefeiert wurde. 21 Musikkapellen, Trachtengruppen und Vereine marschierten durch die Hauptstraße zum Festzeit in der Kirkeler Straße.

 Die folgenden Jahre waren dem Ausbau des Orchesters und der Wiederbelebung des Wanderns gewidmet, das in der ersten Hälfte der 60er Jahre sehr unter dem Einfluss der fortschreitenden Motorisierung gelitten hatte. Bereits 1953 trat der Verein dem neu­ gegründeten saarländischen Bund für Zupf - und Volksmusik Saar (BZVS) bei. Als Mit­glied des BZVS schickte man bereits seit Ende der fünfziger Jahre seine jugendlichen Spieler zu den alljährlich durchgeführten Lehrgängen nach Rehlingen. Neue Techniken wurden erarbeitet, neue Literatur kennengelernt; vor allem die klassische Mandolinen­literatur fand nun Eingang in das Repertoire und ist bis auf den heutigen Tag - neben internationaler Folklore, Oper, Operette und Musicals - eine Säule des musikalischen Schaffens geblieben. Als Er­gebnis dieser Bemühungen war das Orchester 1972 zum ersten Mal mit einer halbstündi­gen Sendung am Saarländischen Rundfunk in der Folge "Zu Gast bei ..." zu hören.

 Nachdem es in den 60er Jahren zum Teil recht schwer gewesen war, musikalischen Nach­wuchs zu finden, gelang es, Ende des Jahrzehnts wieder eine größere Anzahl Jugendli­cher für die Zupfmusik zu begeistern und ein Nachwuchsorchester zu gründen. Neben der musikalischen Weiterbildung wurden mit den jungen Spielern Konzertreisen in den Schwarzwald, nach Rothenburg ob der Tauber, in die Schweiz und nach Südtirol unter­nommen.

 Im Jahre 1968 wurde Felix Noll zum Wanderwart gewählt. Auf Grund seiner kreativen Ideen und intimen Kennerschaft der näheren und weiteren Heimat gebühren ihm und den Mitgliedern des Wanderausschusses noch heute große Anerkennung für den beachtli­chen Aufschwung im Wanderbereich. Im Jahre 1970 trat der Verein infolge der durch unsere schöne Heimatlandschaft gebotenen Wandermöglichkeiten dem Internationalen Volkssportverband (IVV) bei und führte im gleichen Jahr die erste Internationale Volks­wanderung durch. 25 Jahre lang stellte die "Hubertuswanderung" eine der beliebtesten saarländischen IVV - Wanderungen dar, die bei einer Durchschnittsbeteiligung von 2800 Wanderern der Wandersparte ein sehr hohes Engagement abverlangte. Rund 70 000 Wanderer lernten auf diese Art und Weise die herrliche Landschaft rund um den Würzbacher Weiher kennen. Immer wieder waren sie voll des Lobes über die perfekte Organisation der Veranstaltung und die schön geführte Wanderstrecke. Neben vielen Einzelwanderern waren es vor allem die Wandergruppen, die das Gesicht dieser Veran­staltung geprägt haben. Hier sind vor allem die in Ramstein stationierten amerikanischen Soldaten zu nennen, die zeitweise mit einer Rekordbeteiligung von 500 Personen vertre­ten waren. Mit der letzten Wanderung am 29./30. Oktober 1994 beendete der Verein seine Beteiligung an den Volkswanderungen, um sich mehr den eigenen mehr naturver­bundenen Wanderaktivitäten widmen zu können, da diese durch die starke zeitliche Belastung des sportorientierten Wanderns mehr und mehr gelitten hatten.

 1974 wurde in Anlehnung an die Tradition der Faschingsbälle des Vereins zum ersten Mal am Fetten Donnerstag ein „Speckball“ in der Würzbachhalle durchgeführt. Aus klei­nen Anfängen entwickelte sich daraus eine Veranstaltung, die als Publikumsmagnet Besucher aus der ganzen Umgebung bis in die westliche Pfalz anzog. Im Jahr 2012 fand der letzte Speckball statt. Aus finanziellen Gründen und vorangegangener Querelen mit der Stadt Blieskastel hatte sich die Vereinsführung entschlossen, diese Veranstaltung nicht weiter durchzuführen.

 Die siebziger Jahre brachten auch in der Vereinsführung Veränderungen mit sich. 1975 legte Ignaz Noll das Amt des 1. Vorsitzenden nieder. Zwanzig Jahre hatte er den Verein mit viel Geschick und persönlichem Einsatz durch gute und schlechte Zeiten geführt. Als Ehrenvorsitzender, zu dem er 1976 ernannt wurde, stand er weiterhin immer mit Rat und Tat zur Seite. Sein plötzlicher Tod 1984 im Alter von 66 Jahren war ein herber Verlust. Er hatte einen wesentlichen Teil der Geschichte des Vereins auf seine ganz persönliche Weise geprägt. Seine Nachfolge trat Werner Becker an, der das Amt bis zum Jahre 1993 innehaben sollte.

 1978 legte Josef Degel sein Amt als Dirigent nach 13-jähriger sehr erfolgreicher Arbeit nieder. Als Nachfolger wurde sein Bruder und bisherige Dirigent des Jugendorchesters, Fritz Degel, gewählt. Die Leitung des Jugendorchesters übernahm zunächst Dieter Jenzer. Später übernahm Stefan Jenzer die­ses Amt von seinem Bruder. Das Orchester wurde in den Folgejahren auch durch eine Reihe von Mitwirkungen auf Schallplatten, Kassetten und beim Saarländischen Rund­funk in den Sendungen "Singendes klingendes Dreiländereck" sowie mit Studioauf­nahmen bekannt. Besonders zu erwähnen sind die jährlichen Herbstkonzerte "Musik und Lieder aus aller Welt" unter der Mitwirkung von anderen einheimischen oder auswärti­gen Orchestern und/oder Chören, sowie der Verpflichtung von Profisolisten. Ihren Ur­sprung nahmen diese Herbstkonzerte 1976, als man sich entschloss, das Festkonzert zum 50-jährigen Bestehen erstmalig in die Würzbachhalle zu verlegen. Dieser mutige Schritt wurde durch hohe Zuschauerzahlen belohnt. Bis zum Jahr 2010 fand dieses schon zur Tradition gewordene und sehr gut besuchte Konzert jedes Jahr am ersten Sonntag im November in der Würzbachhalle statt. Aufgrund der hohen Hallenmiete wurde ab dem Jahr 2011 das Konzert in der katholischen Kirche St. Hubertus ausgetragen.

 1986 wurden bei den saarländischen Musiktagen im Rahmen der "Europäischen Volksmusiktage" in Saarbrücken enge Bande zu der Mandolinenvereinigung "Edelweisz" aus Meers in Holland geknüpft. Zunächst waren beide Orchester im Funkhaus des Saarlän­dischen Rundfunks aufgetreten. Anschließend waren die Niederländer zu Gast in Niederwürzbach, wo sie am nächsten Tag eine Messe musikalisch umrahmten.

 Herzlich empfangen wurde das Zupforchester des Spiel- und Wanderclubs Niederwürzbach dann am ersten Aprilwochenende des Jahres 1987 von den Mitgliedern des Mandolinen­vereins Meers nördlich von Maastricht. Man war hierhin gekommen, um an den Feier­lichkeiten zum 30-jährigen Jubiläum des niederländischen Orchesters teilzunehmen. Nach einem denkwürdigen Konzert, das sich durch die geforderten Zugaben dann fast drei Stunden hinzog, war anschließend Gelegenheit zu einem freundschaftlichen Plausch und gemütlichem Beisammensein im Vereinsheim der Gastgeber. Das Wiedersehen wurde ausgiebig gefeiert und die Stimmung dann bis in die Nacht hinein immer ausgelassener. Vorsitzender Werner Becker wusste die großzügige Gastfreundschaft in seiner Abschieds­ansprache zu würdigen. Er zeigte sich beeindruckt von der herzlichen Aufnahme und betonte vor allem den verbindenden Charakter der Musik über alle Grenzen hinweg. Schon im darauffolgenden Jahr stattete das niederländische Orchester wieder einen Ge­genbesuch ab und bereicherte das eigene Herbstkonzert durch seine Darbietungen.

 Ein weiterer Höhepunkt im musikalischen Leben des Vereins war die Einladung des Orchesters durch das "Großrussische Orchester Trojanowskij" aus St. Petersburg. 89 Spieler und passive Mitglieder nutzten die Gelegenheit, die Stadt an der Newa näher kennenzulernen. Die russischen Partner taten alles Erdenkliche, um den Aufenthalt in der alten Zarenstadt zu einem bleibenden Erlebnis werden zu lassen. Neben den gemein­samen Konzerten wurde ein informatives Besichtigungsprogramm geboten, das alle kulturellen Höhepunkte der Stadt und der umgebenden Schlösser einbezog. Darüber hinaus ergaben sich viele persönliche Kontakte und manch einer konnte die sprichwört­liche russische Seele und die herzliche Gastfreundschaft auch bei privaten Einladungen kennenlernen.

 Im Oktober 1993 legte Werner Becker aus beruflichen Gründen das Amt des 1. Vorsit­zenden nieder. Er hatte 19 Jahre lang den Verein geführt und viele Neuerungen einge­führt, die sich auch heute noch zum Wohle des Vereins auswirken. Als Dank für seine bleibenden Verdienste wurde er im Jahre 1996 im Rahmen des 70-jährigen Jubiläums zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

 Zu seinem Nachfolger wurde Norbert Lang gewählt. Seine Feuertaufe musste er gleich im folgenden Jahr bei dem Gegenbe­such des russischen Orchesters im Saarland bestehen. Vom 27. Oktober bis zum 8. No­vember 1994 gastierte das Großrussische Orchester auf Einladung der Stadt Blieskastel im Saarland. Planung und Durchführung lagen in den Händen des Vereins, wobei Banken, Firmen und Behörden des Saarlandes finanzielle Unterstützung boten.

 Die Gäste konzertierten in Beckingen, St. Ingbert und Saarbrücken und waren live am Rundfunk zu hören. Das Konzertprogramm wurde ergänzt durch Besichtigungen der Ford-Werke, der Becker Brauerei und einer Pfalzfahrt mit Kellereibesichtigung. Da­neben kamen auch persönliche Einladungen nicht zu kurz, die den völkerverbindenden Charakter dieses Besuchs unterstrichen. Zum Teil werden diese Kontakte heute noch gepflegt. Höhepunkt und Abschluss dieser für alle Verantwortlichen und Helfer ereignis­reichen Tage war das gemeinschaftliche Abschlusskonzert der beiden Orchester in der ausverkauften Würzbachhalle.

 Weitere Konzertreisen führten im Jahr 1997 an den Ossiacher See nach Kärnten und im Jahr 2000 nach Südtirol.

 Neben der Konzerttätigkeit im heimischen Umfeld, der Mitwirkung an zwei CDs und den Auftritten beim Saarländischen Rundfunk hat sich der Tätigkeitsbereich des Orchesters in den letzten Jahren bis in die Pfalz ausgeweitet. So wurden Konzerte sowohl in Landau als auch in Erfenbach und Winnweiler mit dorti­gen Chören veranstaltet. Die Zusammenarbeit mit dem Volkschor Niederauerbach hatte eine 25-jährige Tradition. Aber auch ins benachbarte Lothringen wurden durch die Vermittlung des damaligen Vizepräsidenten Erwin Blatt gute Beziehungen gepflegt. So trat das Orchester in Siersthal/Bitche, Kerbach und Ormesviller auf und gab in Etzling zusammen mit dem Jugendchor "Emanuelle" und der Sängerin Angela Branca ein Benefizkonzert für eine Missionsstation in Madagaskar.

 Mit dem Beginn des Jahres 2000 erfolgte mit dem Mandolinenorchester St. Ingbert ein Zusammenschluss zu einer Orchestergemeinschaft, um die spielerischen Möglichkeiten zu erweitern und das Überleben beider Orchester zu sichern, da ein alleiniges Konzertieren aufgrund zu geringer Spielerzahlen nicht mehr möglich war.

 Diese Orchesterformation wurde u.a. eingeladen, bei den Europäi­schen Zupfmusiktagen im September/Oktober 2001 mitzuwirken und im Frühjahr 2002 auf dem Bundesmusiktreffen in Friedrichshafen am Bodensee das Saarland zusammen mit dem Saarländischen Zupforchester zu vertreten.

1991 übernahm Wolfgang Wendel das Amt des Wanderwartes von Felix Noll. Nachdem man sich 1994 von den Verpflichtungen der vorgegebenen IVV-Veranstaltungen zu­rückgezogen hatte, war nun Raum gegeben, neben den schon existierenden eigenen An­geboten, neue Ideen in die Tat umzusetzen.  Deswegen besteht bis heute ein vielfältiges  Angebot, unter dem die interessierten Wanderinnen und Wanderer auswählen können.

 Seit Ursula Schwarz 1999 das Amt der Wanderwartin von Wolfgang Wendel übernahm, wurden einem Zeichen der Zeit folgend auch vermehrt Fahrradtouren ins Jahresprogramm aufgenommen. Gerne erinnert man sich an schöne Touren entlang der nahe gelegenen Flüsse Blies, Saar und Mosel.

Gemeinsames Wandern und Grillen am Vatertag gehört wie die Frühwanderung ebenfalls zu den traditionellen Veranstaltungen im Jahreskreis.

 Fritz Degel legte den Taktstock Ende 2005 aus persönlichen Gründen nieder.

 Von 2005-2006 führte Bernd Fecht als Dirigent das Orchester. Dessen Nachfolge trat im Jahr 2007 Marcel Wirtz an, der als vereinseigener Spieler und Dirigent des Jugendorchesters schon früh Erfahrungen sammeln konnte.

 Im Rahmen weiterer Konzertreisen besuchte das Orchester 2004 den befreundeten Heidechor in Gifhorn, der ein Jahr später als Gastchor beim Herbstkonzert in der Würzbachhalle mitwirkte. Im Jahr 2007 war das für seinen Instrumentenbau bekannte Vogtland in Sachsen Ziel der Orchesterfahrt, bei der der ein oder andere Musiker mit einem neuen Instrument nach Hause kam.

 Von April 2009 bis April 2011 war der Verein ohne 1. Vorsitzenden, nachdem Norbert Lang aus persönlichen Gründen zurückgetreten war. In dieser Zeit wurde der Verein von Harald Noll als 2. Vorsitzender kommissarisch geführt.

 In der Jahreshauptversammlung am 02.04.2011 wurde Harald Noll als 1. Vorsitzender gewählt und führt den Verein bis heute.

2012 fuhr man erneut nach Gifhorn, um auf Einladung des Heidechores bei dessen Konzert anlässlich seines 125-jährigen Bestehens mitzuwirken.

 Aus beruflichen Gründen beendete Marcel Wirtz Ende 2013 sein Dirigat. Seine Nachfolge trat Manfred Göddel an, der bereits etliche Jahre als Mandolinen- und Gitarrenspieler im Orchester tätig war.

 Aufgrund einer bestehenden Freundschaft von Manfred Göddel zu einer Mandolinenspielerin in München konnte das Orchester im Jahr 2014 beim bekannten Vivaldi Orchester in Karlsfeld bei München auftreten und noch ein paar schöne Tage in München verbringen.

 Seit 2016 spielt das Orchester nicht mehr als Spielgemeinschaft, sondern unter dem  Namen „Zupforchester Niederwürzbach“. Das Mandolinenorchester St. Ingbert löste sich mit Ablauf des Jahres 2015 als Verein auf, wobei der Großteil der Spielerinnen und Spieler dem jetzigen Orchester die Treue gehalten haben. Die gemeinsame Probe findet bereits seit Jahren in der Unterkirche der katholischen Kirche „Herz Jesu“ in Hassel statt.

 Im 90. Jubiläumsjahr 2016 wurde ein großes Sommerfest auf dem Gelände des Obst- und Gartenbauvereins durchgeführt sowie, an die frühere Tradition anknüpfend, ein Herbstkonzert in der neuen Würzbachhalle. Hierzu konnte das Vivaldi Orchester aus Karlsfeld gewonnen werden, das seine Zuhörer begeisterte.

 2018 übergab Manfred Göddel den Dirigentenstab an Christine Eckstein-Puhl, die unser Orchester zuvor schon mehrere Jahre als Mandolinistin und Gitarristin verstärkt hatte.

 

   

Aktuelles  

Neue Fotos online

Neue Fotos sind in der Bildergalerie verfügbar

   

Zufallsfoto  

katerwanderung_20140209_1968673323.jpg
   

Login